WIR SIND NACH 496 REISE-TAGEN DURCH 21 LÄNDER SEIT DEM 15. NOVEMBER 2011 WIEDER IN DER SCHWEIZ.

Japan

3. August - 12. August 2010

Unser Flug nach Tokyo ging um 8.25 Uhr. Die nette Dame an der Rezeption meinte am Abend zuvor, wir müssten unbedingt drei Stunden vor Abflug am Flughafen sein. Sie mache morgen um 4.30 Uhr einen Wake-up Call und um 5.00 Uhr müssten wir uns dann an der Rezeption melden zum auschecken und in den vom Hotel gratis zur Verfügung gestellten Shuttelbus steigen. Drei Stunden!?!? Na gut, wenn sie es sagt. Nach einer sehr kurzen Nacht, wir mussten noch unsere Rucksäcke neu packen, riss uns das Telefon Punkt 4.30 Uhr aus dem Schlaf. Typisch schweizerisch standen wir um 4.55 Uhr vor der Rezeption. Kurz den Schlüssel abgegeben und fertig. Als wir dann die müden Damen an der Rezeption nach dem Shuttelbus fragten, meinten sie, dass dieser erst in einer halben Stunde fährt. Ok, ziemlich genervt verlangten wir den Schlüssel zurück und warteten im Zimmer. Dreissig Minuten später kam der nächste Anruf, der Shuttel wäre nun da. Im Bus warteten wir dann nochmals dreissig Minuten bis dieser mit anderen Chinesen voll war. Als wir dann mit über einer Stunde Verspätung am Flughafen ankamen, war der Schalter für das Check-in noch eine halbe Stunde geschlossen! J Na gut, wieder etwas dazugelernt. Der viert Stunden Flug mit der JAL war sehr gut, kurz, und mit gutem Essen.

Ein stressiger Reisetag stand aber vor uns, da wir gleich am ersten Tag in Japan, von Tokyo nach Kyoto reisen wollen. Wir hatten in China übers Internet einen Nachtbus von Tokyo nach Kyoto gebucht, welcher viel billiger ist als die teuren Züge in Japan. Ziemlich müde kamen wir nun 12 Uhr mittags in Tokyo an und nahmen den billigsten Zug den es gab in die Stadt. Dort angekommen suchten wir eine Sitzgelegenheit, wo Franziska das Gepäck bewachte. Ich suchte in der Zwischenzeit die Busstation. Gemäss Wegbeschreibung hatte ich den Standort gefunden, nur war nirgends ein Hinweis, welcher diese Station gekennzeichnet hätte. Die Leute in den Shops rund herum wussten nur vage von dem Busunternehmen Bescheid. Wir hatten keine andere Wahl als dort bis um Mitternacht zu warten. Mit einem mulmigen Gefühl, ob dieser Bus wirklich hierhin kommt, quartierten wir uns ab 20.00 Uhr in einem Kaffee vis-à-vis ein. Was machen wir, wenn der Bus nicht kommt, das Hostel in Kyoto ist gebucht und ein Hotel in dieser Gegend in Tokyo wäre für eine Nacht über 200 Franken gewesen.

Doch plötzlich ging es um ca. 22.30 Uhr auf der anderen Strassenseite los, wo bis jetzt noch nichts war, kam nun ein Bus nach dem anderen. Zum Glück! Wir fuhren in einem bequemen Bus ohne Toilette ca. 9 Stunden nach Kyoto. Dort angekommen, erschlug uns die Hitze früh morgens mit schon 32 Grad und Franziska sah nicht gerade fit aus, was wir bis dahin noch als Schlafmangel deuteten. Wir waren sehr müde von den letzten Tagen. Wir hatten uns in Kyoto ein Zimmer im japanischen Stil, ein sogenanntes Ryokan gebucht, bei welchem wir zum ersten mal ein shared bathroom hatten. Bei diesen hohen Preisen in Japan kann man nicht alles haben, hatten wir uns gedacht. Wir mussten leider noch bis um elf Uhr warten bis wir endlich mal ins Bett gehen konnten. Franziska beklagte sich über starke Kopf und Gliederschmerzen. Shit, der Fiebermesser zeigte über 38 Grad an. Sie nahm ein fiebersenkendes Medikament und dann gingen wir früh schlafen. Am nächsten Morgen, es war eine sehr heisse und wieder schlaflose Nacht in diesem Ryokan, der nächste Fiebercheck: 39.5 Grad!!! Ok, ich ging sofort zu dem alten Ehepaar, welches die Zimmer vermietet und wir suchten gemeinsam ein Spital mit einem englisch sprechenden Doktor. Wir verständigten uns mit Händen und Füssen, aber sie waren sehr hilfsbereit und lieb. Ich holte Franziska und wir düsten mit dem Taxi ins Spital. Was wir dann in diesem japanischen Spital erlebten war sensationell und ein Service erster Klasse. Wir wurden von einer englisch sprechenden Japanerin hervorragend betreut und zu einem Arzt geführt. Diagnose: Franziska hat sich ein bösartiges Bakterium eingefangen! “So en Mischt“, doch noch etwas in den letzten Tagen in China aufgelesen. Franziska bekam sogleich eine aufbauende Infusion und ich holte zwischenzeitlich das verschriebene Antibiotikum und Magenpulver in einer umliegenden Apotheke. Die Betreuung war wirklich sensationell in diesem Spital. Wir mussten nicht warten und fühlten uns sehr sicher aufgehoben. Danach ging es zurück ins Ryokan zum pflegen. Das geteilte Badzimmer auf dem Flur (welches nur ein Loch im Boden war) wurde nun zum Problem. Solche Magenprobleme und ein WC, welches einige Meter ausserhalb des Zimmers liegt, ist wortwörtlich zum Schei…..!!!!! Das Fieber ging mit Einnahme des Antibiotikums schnell wieder auf Normalzustand zurück. Zum Glück!!! In einem Zimmer mit über 30 Grad sind Fieberschübe sehr hart. Als der Gesundheitszustand von Franziska langsam besser wurde, machte ich mich mal auf, Kyoto zu erkunden. Zugleich stornierte ich die Nachtrückfahrt mit dem Bus nach Kyoto und ich buchte eine Zugfahrt mit dem Shinkansen. Dem schnellsten Zug der Welt. Somit verringerte sich die Reise von Kyoto nach Tokyo von 9 auf 2 Stunden. Eigentlich wollten wir diesen Zug aus Budgetgründen nicht nehmen, aber eine Busfahrt (ohne Toilette) von über 9 Stunden war jetzt unmöglich. Auch das Hostel in Tokyo stornierten wir, da wir dort wieder ein geteiltes Badzimmer gehabt hätten und wir nicht sicher waren, ob wir dort in den typischen japanischen Kapseln schlafen müssten. Somit wurde halt unser Budget ein bisschen strapaziert, aber eine angenehme Bleibe um die Krankheit auszukurieren war uns viel wichtiger. Die Gesundheit geht vor! Ich machte mich an diesem Tag mit einem Frankfurter auf, die Stadt zu erkunden. Kyoto hat wirklich sehr viel zu bieten, eine sehr interessante Stadt mit vielen kulturellen Schätzen und einer schönen Natur. Franziska sah von der Stadt leider nur das Zimmer, den Spital und das Loch im Boden. Doch bei 35 Grad und einer sehr hohen Luftfeuchtigkeit eher anstrengend.

Die Zugfahrt mit dem Shinkansen Richtung Tokyo wurde dann zu einem Highlight und auch Franziska ging es wieder den Umständen entsprechend besser. Sie konnte nun ihre Darmfunktion wieder selber steuern, sah aber immer noch ziemlich blass aus. Unterwegs hatten wir eine hervorragende Sicht auf den Mount Fuji, welcher im Sommer ohne seine berühmte weisse Kappe zu sehen ist.

In Tokyo angekommen stiegen wir in einem für unser Budget sehr guten Hotel ab. Im 11 Stock mit Sicht auf den Tokyo Tower. Wunderbar, und eine Toilette hatten wir auch, was will man mehr!!! J In den nächsten Tagen stürzte ich mich ins Tokyo-Stadtleben und auch Franziska konnte wieder ein wenig mitmachen. Tokyo ist die grösste Stadt der Welt. Nicht nur das, sie ist wahrscheinlich die sicherste und sauberste Stadt die wir jemals gesehen haben. Die Menschen sind EXTREM freundlich. Man fühlt sich immer und überall wohl. Das alles hat aber auch seinen Preis. Die Kosten hier sind sehr hoch, sogar viel höher als in der Schweiz. Zum Glück sind die meisten Sehenswürdigkeiten kostenlos. So können auch Weltreisende auf ihre Kosten kommen. Wir verstehen nun auch das öffentlich Verkehrssystem von Tokyo, welches nun wirklich extrem ist. U-Bahn, S-Bahn, Monorail, Wassertaxi usw.!!!

Fazit für Japan: Ein tolles, modernes, schnelles Land mit noch viel tolleren Menschen. Sehr freundlich und mit sehr viel Respekt gegenüber Ausländern. Alles ist sauber und funktioniert hervorragend. Man muss nirgends warten, alles geht immer ruckzuck. Dafür ist es aber sehr teuer. Wir haben für 10 Tage Japan viel mehr ausgegeben als für 26 Tage China. Und noch etwas: Japan im Sommer kann wirklich sehr anstrengend sein. Wir haben den Warnungen in den Reisführern nicht glauben wollen. Aber sie hatten recht! J Soooo, unsere Rucksäcke sind wieder gepackt und Morgen geht unser Flieger Richtung Bali. Weg von der Stadt an den Strand. Und das für einen Monat, und Franziska ist auch wieder gesund!!!! Schön!!! J

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